Hymne an ein Kind des Glücks

Oh, wärst du doch die Kriemhild meines Herzens,
Dein langes Haar, so blond wie gold’nes Stroh,
Ist meiner Seele Tröster ‚gen die Schmerzen
Des Abschieds. Nur deine Rückkehr macht mich froh.
Dein Mund, so rot, wie Sommerkirschen blühen,
Er lacht mir zu, so glücklich wie ein Kind,
Wenn wir uns sehen, denn die Ängste ziehen
Wie Wolken fort, wenn wir zusammen sind.
Die Augen, blau wie weite, tiefe Meere;
Die Wangen, weich wie zuckersüßer Schaum –
Sie leuchten. Wenn ich deine Stimme höre,
Hör‘ ich die andern Menschen um mich kaum.
Die Nase. Keck und lustig sitzt sie mitten
In diesem wunderschönen Angesicht.
Ach, wärst du doch die Kriemhild meiner Bitten –
Doch schön wie du war Kriemhild lange nicht!

[21.1.72]

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