Sonnenstrahlen

Nach langer, endlos stiller Zeit
erscheint das Glück: der Sonnenschein
Es blühen Blumen nah und weit –
Schneeglöckchen sinds, die uns erfreun.

Das dürre Gras erscheint nun grün.
Die Amsel zwitschert froh ihr Lied.
Ich möcht mit Dir durch Auen ziehn,
durch Blumenbeete, die erblüht.

Der Sonne Schein wärmt Dir‘s Gesicht;
Du schaust, Du lächelst froh mich an.
Und wir erleben dicht an dicht,
wie nun der Frühling naht heran.

Ein leiser Wind bewegt den Ast,
auf den ein Vogel sich gesetzt.
Unter dem Baum machen wir Rast –
noch ist das Gras vorn Tau benetzt.

Ein leises Rauschen füllt die Luft,
ein Bächlein fließet sanft dahin.
Doch ist er für uns keine Kluft –
wir schweben über ihn dahin.

Es ist still. Und doch – es scheint,
als wären tausend Stimmen hier.
Mein Schatz! Es wird hier nicht geweint!
Denn meine Liebe steht zu Dir.

Und glücklich kehren wir zurück.
Die Frohnatur in unserm Sinn
läßt für die Liebe Dir ein Stück
im Herzen. Es ist der Beginn.

[23.7.1972]

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