Du lebst

Noch kann ich kaum es fassen.
In den dunklen, leeren Straßen
sucht‘ ich lange Zeit nach dir.
Hinter einer alten, offenen Tür
sah ich einen 5chatten.
Die alten Häuser ringsum hatten
graue, rissige Wände.
Ich griff durch die Tür, spürte Hände…

Bist du noch so lange fort,
ich find‘ immer noch den Ort,
den du dein eigen nennst.
Und daß du mich erkennst,
ist sonnenklar.
Doch sonderbar:
Ich dachte nicht: du lebst.
Ich dachte nicht: du schwebst.
Ich wußte einfach: du bist da.

[29.1.72]

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