Weintrauben im März

Unsere moderne Zeit
hält vieles für euch bereit.
Ihr kriegt, was ihr wollt.
Wenn ihr Geld habt, sogar Gold.
Und so kommt es, daß ihr heut
gar nicht unbescheiden seid
mit den Wünschen, die ihr habt.
Daß ihr da euer Grab grabt,
fällt euch gar nicht auf.
Ihr merkt nicht, daß dieser Lauf
den Tod der Welt mit sich bringt.
daß sie um ihr Leben ringt,
merken erst wenige.
Ihr feiert nur die Siege,
die die Konsumschlacht bringt,
und wenn ihr am Ende singt,
besingt ihr euren Untergang.
Glaubt mir: es dauert nicht lang,
dann seht ihr: es war nicht gut,
und dann seit ihr auf der Hut
und rettet die Welt.

Wenn ihr aber immer noch, wie früher,
Weintrauben im März oder gar noch eher
essen wollt, dann, so sage ich euch:
dauert es nicht mehr lang, und euch
fällt die Unmöglichkeit auf.
Noch nehmt ihr es in Kauf,
für die Weintrauben im März zu bezahlen.
Denkt ihr nicht an die Höllenqualen,
die die Hungernden der Erde haben?
Die armseligen milden Gaben,
die ihr ihnen heute gebt,
sorgen dafür, daß die Elite überlebt.
Aber die anderen müssen qualvoll sterben.
Wollt ihr dieses alles erben,
wenn es an der Zeit ist?
Paßt auf, daß ihr es nicht vergißt!

[29.10.74]

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