Regen

Schon morgens,
vor dem Erwachen,
mein ich, es zu hören:
Regentropfen auf dem Dach.
Und dann ist es
ein Sturm.

Stürmisch rüttelnd
pfeift der Wind um
das Haus.
Stürmisch waren meine
Gefühle für dich.
Du warst kühl wie ein
Schatten.

Peitschende Regenmassen
versuchen, mich festzuhalten.
Kämpfend gelange ich hindurch.
Hilflos halte ich den umgestülpten
schwarzen Regenschirm in der Hand.
Schutzlos bin ich dem Wasser ausgeliefert.
Schutzlos war ich dem Gefühl für dich ausgeliefert.

Abends, nach dem
Einschlafen, höre
ich ihn immer noch,
wie er das Dach über
mir regennaß schwarz
färbt.

Und ich träume von dir.

[11.4.72]

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